Beratungssystem -
Gewaltprävention
Was ist bisher in der Loschmidt-Oberschule (LOS) passiert?
Die (Berliner) Schule verzeichnet zunehmend mehr (verbale) Gewaltbereitschaft sowie neue empathieferne Arten von Gewalt unter Jugendlichen.
In unserer Schule sollen Schüler in sozialharmonischem Miteinander lernen können und auf ihr Berufsleben vorbereitet werden. Gewaltfreie Konfliktlösung, Toleranz sowie demokratisches Denken und Handeln gehören deshalb ebenso zu unseren Lernzielen wie die praktische und theoretische Ausbildung in unseren zahlreichen Fachbereichen. Ansprechpartnerin für Schüler und Lehrer ist in Konfliktfällen seit langem unsere sehr erfahrene Sozialpädagogin.
Bereits seit dem Jahre 2000 beschäftigt sich die LOS darüber hinaus mit unterschiedlichen Bereichen der Gewaltprävention und Konfliktschlichtung:
- Gewaltfreies Miteinander steht seit 2000 in der Präambel der LOS-Schul- und Hausordnung.
- 2001-3 Schulung einer Kollegin zur Multiplikatorin Standpunktepädagogin gegen Rechtsextremismus und Gewalt
- Seit 2002 gibt es die Position der Beauftragten für Gewaltprävention. Sie ist AnsprechpartnerIn und Hilfe für Kollegen, Schüler und Eltern, die z. B. bei möglicher Bedrohung und nach Gewaltvorfällen oder rassistischen Übergriffen Rat suchen.
- Die LOS wird >Noteingang<, d. h. sie schließt sich nach Gesamtkonferenzbeschluss der „Aktion Noteingang“ an, die Opfern von Gewalt und rassistischen Übergriffen Schutz und Unterstützung bietet.
- Seit 2004 existiert eine enge Kooperation mit dem Polizeiabschnitt 27 („PiTCh“ © Heidrun Kahla – Prävention im Team / Charlottenburg), dessen Kollegen zu Beginn jeden Schuljahres in allen Klassen Antigewaltveranstaltungen und Verkehrsunfallprävention durchführen.
- Die klare Positionierung der LOS gegen Gewalt wird 2006 im LOS-Schulprogramm manifestiert.
- Es werden regelmäßig Schüler-Befragungen zum Thema Gewalt durchgeführt. Die Ergebnisse werden (in der Gesamtkonferenz) vorgestellt und für unser Schulleben genutzt. Gemeinsames konsequentes Hinsehen und Handeln des Kollegiums ist selbstverständlich.
- Am 09.03.2007 unterzeichnen LOS und Abschnitt 27 der Polizei feierlich den Kooperationsvertrag.
- Seit 2007 wird jährlich (u. a. mit Unterstützung unserer Bildungsassistenten) eine Projektwoche „Ich, Du, Er, Sie, Es – WIR“ durchgeführt:
- Thema 2007: Kreativwettbewerb „Asien-Pazifik-Wochen“
- Thema 2008: „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ – Auszeichnung durch die bundesweite Organisation
- Thema 2009: Leben ohne Sucht; Schule festigt qua Abstimmung ihren Titel.
- Thema 2010: Diskriminierung und Rassismus, LOS bleibt weiterhin Schule ohne Rassismus.
- Einen fulminanten Schuljahresabschluss bildet seit 2008 die Präsentation der Produkte und Ergebnisse der jeweiligen Projektwoche im Postbahnhof unter Einbeziehung der Partner und Unterstützer der LOS aus Politik und Wirtschaft.
- Seit 2009 kommt ein spezieller Schul-Kiez-Projekttag hinzu: „Besser Sauber“ – Schüler engagieren sich für ein sauberes Umfeld von Schule und Kiez.
- 2008 Ausbildung zweier Kolleginnen zu Beratungslehrerinnen. Sie verfügen gleichzeitig über eine Ausbildung in (Schul-) Mediation und „Gewaltfreier Kommunikation“.
- Schuljahr 2008/2009 Konflikttraining der Klassensprecher einer Klasse
- Schuljahr 2009/2010 Ausbildung von 15 Schülerinnen und Schülern zu Schülermediatoren
- Einrichtung von regelmäßigen Beratungsterminen der Schülermediatoren für die Schülerschaft
- regelmäßige Besprechung der Konfliktfälle der Schülermediatoren
- Angebot von „Gewaltfreier Kommunikation“ in Klassen durch Beratungslehrerinnen und ausgebildete Trainer
- 2009 Ausbildung von vier weiteren Lehrern zu Schulmediatoren
- Seit 2010 wird „Kollegiale Fallberatung“ für den Umgang mit Konfliktsituationen für die Lehrer unserer Schule angeboten und genutzt.
- Anfang 2010 Einrichtung eines Krisenteams zur optimalen Handlungsfähigkeit in möglichen Fällen von Bedrohung und Gewalt
- Am 09.06.2010 erhält die Projektgruppe „Ich, Du, Er, Sie, Es – WIR“ der LOS für ihre langjährige Arbeit den erstmalig ausgeschriebenen „Sonderpreis Gewaltprävention“ des BA Charlottenburg-Wilmersdorf.
In der Loschmidt-Oberschule konnte die Anzahl der Gewaltvorfälle erfolgreich durch präventive Maßnahmen beeinflusst und reduziert werden. Innerschulische Maßnahmen und Aktivitäten sowie die Kooperation mit der Polizei und ihren Präventionsveranstaltungen haben maßgeblich das Verhältnis unserer Schüler zur Institution Polizei, zur „Person Polizist“ und damit zu kriminellen Handlungen positiv verändert.
Die LOS positioniert sich ganz klar nach innen und außen gegen jegliche Form von Gewalt, das angestrebte gewaltfreie Miteinander fördert maßgeblich das Schüler-Lehrer-Verhältnis im Schulbetriebsklima, das den Beteiligten ein Gefühl von Sicherheit und Zusammenhalt gibt.